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Ohr des Wolfes

Beschreibung

Der größte Raubtier der Hundefamilie – der Wolf (Canis lupus) – begann das Gebiet des heutigen Lettlands unmittelbar nach der letzten Eiszeit zu besiedeln. Er lebt in verwandtschaftlich verbundenen Rudeln, die aus einem Paar und dessen Nachkommen bestehen. Der Wolf ist monogam; Partner wählen sich fürs Leben und suchen einen neuen nur dann, wenn der vorherige gestorben ist. Wölfinnen, die keinen neuen Gefährten finden, paaren sich manchmal mit Hunden.

Solange die Welpen von Milch leben, verlässt die Mutter sie nur, um zu trinken. Für Nahrung sorgt der Vater, der im Magen halbverdaute Fleischstücke mitbringt. Wölfe sind in der Lage, Beutetiere zu töten, die deutlich größer sind als sie selbst. Sie fressen ohne Scheu auch Aas, ebenso Früchte, Beeren und Kräuter. Ein äußerst vorsichtiges Tier, ausgestattet mit einem feinen Geruchs- und Gehörsinn. Seine Lebensdauer kann bis zu 15 Jahre betragen.

In der lettischen Mythologie ist der vilkacis – der Werwolf – ein Mensch, der in einen Wolf verwandelt wurde. In ihrer Analyse des Buches „Erzählungen der Werwölfe Kurlands“ (Let.: “Kurzemes vilkaču nostāsti” ) von Theologe Ralfs Kokins schreibt die Literaturwissenschaftlerin B. Simsone:

„In den Erzählungen erscheint der Werwolf oft nicht als eindeutiges Ungeheuer, sondern als Bote Gottes oder der Natur, fast außerhalb von Gut und Böse. Ihm werden nicht selten die Aufgaben eines Hüters der Umwelt zugeschrieben: ‚Im heutigen Kurland gibt es das Wissen, dass Werwölfe jene vernichten, die die Natur grausam zerstören.‘ (…)
In der Erzählung ‚Vidāles Geschichte‘ wandern junge Menschen nach einem Ball durch den Wald, und der Werwolf zerreißt nur jenen Jungen, der sich durch Grausamkeit gegenüber Mitmenschen und Tieren hervorgetan hat.“

Der Wolf ist ein Tier des Territoriums. Der Bock-Berg – die positive Zone des Rauda-Waldes – gehört nicht zum Reich des Werwolfs. Auf dem Pfad durch den Wald liegen sein Gehirn, seine Augen, seine Schnauze und seine Kehle jenseits der Straße. Doch der Wolf bleibt wachsam, hört und wittert, was ringsum geschieht. Deshalb...

Höre auf die Natur – auf dich selbst – und auf deine Beziehung zur Natur!

Kontaktinformationen

Rauda-Wald, Gemeinde Sēme, Tukums Region